Weikert: Abschiebungsversuch aus dem Unterricht verbreitet Panik und gefährdet Integrationsbemühungen!

  • von  A. Weikert
    31.05.2017
  • Beiträge, Featured, Asyl- und Flüchtlingspolitik

Die Nürnberger Abgeordnete und Vorsitzende der Wohngemeinschaft für Flüchtlingskinder e.V., Angelika Weikert, kritisiert die Abholung eines afghanischen Schülers aus dem Unterricht an einer Nürnberger Berufsschule heraus mit der Intention ihn nach Afghanistan abzuschieben, scharf.

Nach Ansicht der Asylexpertin sollten die Abschiebungen nach Afghanistan unter den aktuellen Gegebenheiten ausgesetzt werden und eine grundsätzliche Überprüfung der Sicherheitslage stattfinden. Darüber hinaus findet Weikert vor allem die Vorgehensweise bei der Abholung unsensibel.

 „Mich erreichen täglich Hilferufe von Ehrenamtlichen und Pflegeeltern. Durch solche Aktionen wird auch bei denen, die im Grundsatz nichts zu befürchten haben, Angst und Schrecken verbreitet. Wer weiß, mit welchen traumatischen Erinnerungen junge Geflüchtete oft kämpfen, kann erahnen, welche Panik das bei den Jugendlichen und in ihrem Umfeld auslöst.“, erklärt Weikert.

Seit Monaten setzt Angelika Weikert sich für einen Abbau der Bürokratie bei der Erteilung von Ausbildungserlaubnissen für junge Geflüchtete, die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz haben, ein.

Weikert: „Durch dieses Vorgehen wird der hart erarbeitete Schulerfolg in Frage gestellt. Gerade jetzt zum Schuljahresende geht es für junge Geflüchtete oft um alles oder nichts: mit einem erfolgreichen Schulabschluss können sie sich um eine Lehrstelle bewerben und eine befristete Erlaubnis hier zu bleiben erreichen. Hier geht es um Existenzen! In dieser wichtigen Phase so vorzugehen blockiert und verhindert die Integrationsbemühungen von Sozialarbeitern und Lehrern!“

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